AGGLOMERATIONSKONZPET REGION KÖLN/BONN


Das Agglomerationskonzept wurde von 2016 bis 2019 gemeinsam mit der Region Köln/Bonn erarbeitet. Die Zwischenergebnisse und Veranstaltungen aus dem Dialog- und Planungsprozess werden nach Abschluss des Projektes hier dokumentiert.

 

Sringe zu:

Ausgangslage & Betrachtungsraum

Ziele

Prozessablauf

Förderung & Finanzierung

Projektbeteiligte

Schnittstellen

Ergebnisse

 


AUSGANGSLAGE


Die Region Köln/Bonn sieht sich aktuell und in den nächsten zwei Jahrzehnten vielfältigen Herausforderungen der räumlichen Entwicklung gegenüber (Demographische Entwicklung, Knappheit an Entwicklungsflächen, Mobilitätsprobleme, Energiewende und Klimawandel, Strukturwandel, Daseinsvorsorge u.a.). Die daraus hervorgehenden, auf engem Raum zusammenkommenden Nutzungsansprüche stehen in Wechselwirkung und zum Teil in Konkurrenz zueinander. Lösungen zur Bewältigung der Entwicklungsaufgaben sind zunehmend in einem überlokalen, regionalen Maßstab und in Form integrierter Entwicklungskonzepte zu suchen. Hierüber lassen sich für die Zukunft Gestaltungs- und Entwicklungsspielräume der Kommunen und Teilräume der Region und damit für die Region als Ganzes sichern. Der neue LEP NRW und die Regionalpläne von Köln und Düsseldorf werden den Rahmen für die räumliche Entwicklung der Region in den kommenden zwei Jahrzehnten definieren. Für die Region Köln/Bonn mit ihren Kommunen, Kreisen und raumgestaltenden Akteuren bietet das Agglomerationskonzept die Chance, sich pro-aktiv mit eigenen Konzepten in die formellen Planungsprozesse einzubringen.

Ziel des Agglomerationskonzeptes war es, in einem kooperativen regionalen Dialog- und Planungsprozess ein integriertes Struktubild für die räumliche Entwicklung der Region Köln/Bonn im Zeithorizont bis 2040+ zu erarbeiten. Das Agglomerationskonzept zeigt Perspektiven für eine weitere integrierte Siedlungs-, Mobilitäts- und Freiraumentwicklung über kommunale und Kreisgrenzen hinweg auf und wurde als strategischer Fachbeitrag der Region in die Regionalplanung Köln eingebracht.


  • Die Region ist mit einer dynamischen demografischen Entwicklung konfrontiert: Wachstum und Schrumpfung werden innerhalb der Region zum Teil räumlich eng beieinander liegen. Zugleich bestehen – noch verstärkt durch die aktuelle Flüchtlingsmigration – große Prognoseunsicherheit und -abweichungen (zwischen Bund-, Länder- und kommunale Prognosen, der Bertelsmann Stiftung u.a.) hinsichtlich der zu erwartenden Entwicklungen. 


  • In weiten Teilen der Region herrscht ein hoher Siedlungsdruck vor, ausgelöst durch den stellenweise enormen Wohnbauflächenbedarf sowie einen gesamtregional weiterhin bestehenden Bedarf an Entwicklungsflächen für Gewerbe und Industrie.


  • Angesichts des vorstehend genannten Entwicklungsdrucks verschärfen sich die Zielkonflikte zwischen der regionalen Freiraumsicherung und –vernetzung und einer weiteren siedlungsräumlichen Entwicklung.


  • In den, aller Voraussicht nach, von Bevölkerungsrückgang betroffenen Teilräumen der Region gilt es, die vorhandenen Siedlungsstrukturen mittel- bis langfristig umzubauen, verbunden mit den Aufgabe, Daseinsvorsorge neu zu organisieren und die sozialen wie technischen Infrastrukturen anzupassen.


  • Die Energiewende führt zu einem tiefgreifenden wirtschaftsstrukturellen und räumlichen Wandel im Rheinischen Braunkohlerevier sowie zu neue Anforderungen an die Kulturlandschaften.


  • Die Herausforderungen des Klimaschutzes und der Anpassung an den Klimawandel führen zu erweiterten Anforderungen an den dichtbesiedelten Raum, der von konkurrierenden Nutzungs- und Entwicklungsansprüchen geprägt ist.


  • Angesichts hoher und weiter steigender Transitverkehre, starker innerregionaler Pendlerverflechtungen und einem über Jahrzehnte aufgebauten Sanierungsstau sind die Belastungsgrenzen der regionalen Verkehrsinfrastruktur in der Region erreicht und die grundsätzliche Mobilitätsfähigkeit der Region im Innern gefährdet. Für die Zukunft erforderlich ist daher die Sanierung, der Umbau und Ausbau der regionalen Verkehrsinfrastruktur sowie eine integrierte Siedlungs-und Mobilitätsentwicklung in der Region.


  • Der neue LEP NRW und die Regionalpläne von Düsseldorf (in Fortschreibung) und Köln (Start des Fortschreibungsprozesses ist Ende 2015 erfolgt) werden den Rahmen für die räumliche Entwicklung der Region in den kommenden zwei Jahrzehnten definieren. Zugleich sind die Kommunen und Regionen aufgerufen, sich mit Strategien und Konzepten in die übergeordnete formelle Regional- und Landesplanung einzubringen.



BETRACHTUNGSRAUM

Die Region Köln/Bonn umfasst die Gebiete der kreisfreien Städte Köln, Bonn und Leverkusen sowie der umgebenden fünf Landkreise Rheinisch-Bergischer Kreis, Oberbergischer Kreis, Rhein-Sieg-Kreis, Rhein-Erft-Kreis und Rhein-Kreis Neuss. Enge räumliche Verflechtungen existieren im Süden in die Kreise Ahrweiler und Neuwied in Rheinland-Pfalz, im Westen in die Kreise Euskirchen und Düren, im Norden zur Stadt Düsseldorf und zum Kreis Mettmann sowie dem Bergischen Städtedreieck und Richtung Niederrhein. Der Oberbergische Kreis weist zudem auch gewachsene und wichtige Verflechtungen in östlicher Richtung, z.B. in die Region Südwestfalen oder auch in den Kreis Altenkirchen, auf.

Mit einer Gesamtfläche von ca. 4.400 Km² zeigt sich die Region Köln/Bonn in ihrem Kernbereich als dichtes polyzentrisches Siedlungsgefüge. In Nord-Süd-Richtung erstreckt sich die Region zwischen Meerbusch und Bad Honnef auf einer Länge von ca. 84 km, in Ost-West-Richtung zwischen Bedburg und Bergneustadt auf ca. 78 km. Damit ist zugleich ein Interaktionsraum abgesteckt, der durch gewachsene und intensiv ausgeprägte raumfunktionale Verflechtungen geprägt ist. Zugleich kennzeichnen vielfältige und wertvolleKulturlandschaften und Freiräume den Raum.


THESEN ZUM RAUM

> Infrastruktur nicht zukunftsfähig
> Flächeninanspruchnahme ohne regionale Perspektive
> Überformung durch Dichte

Die verkehrliche, technische und soziale Infrastruktur trägt im Wesentlichen zur Zukunftsfähigkeit der Region Köln/Bonn bei. Der Handlungsbedarf ist gravierend und herausfordernd zugleich: Marode und überlastete Straßen, Schienen und Brücken sowie überfüllte Kitas auf der einen Seite, geschlossene Schulen und Arztpraxen sowie eine Unterversorgung mit Breitband in ländlichen Gebieten auf der anderen Seite. Wie können die regionale Infrastruktur und Daseinsvorsorge angesichts neuer Anforderungen zukunftsfähig angepasst und neu organisiert werden?

Kommunen, denen zukünftig ein Rückgang von Einwohnern prognostiziert wird, weisen Einfamilienhaussiedlungen aus. Auf der anderen Seite fehlt es auf der Rheinschiene an verfügbaren Flächen, um der Nachfrage nach Wohnraum nachzukommen. Welche Herausforderungen resultieren aus der parallelen Entwicklung von Schrumpfung und Wachstum in der Region? Welcher Lösungsansätze bedarf es, um eine regionale Balance zu schaffen? Wie können die Bestände im weiteren Umland zur Entlastung der Immobilienmärkte in den Wachstumszentren beitragen?

In der Region führt die hohe Nachfrage nach Wohnraum und Gewerbeflächen zu einem immensen Siedlungsdruck mit hoher Dichte im Neubau und starker Nachverdichtung in bestehenden Quartieren. Längst hat der Marktdruck auch die zweite und dritte Reihe im Umland erreicht. Gleichzeitig sind Teile des ländlichen Raums durch Schrumpfungstendenzen ganz anderen Herausforderungen ausgesetzt. Welche Dichten sind an den verschiedenen Orten der Region angemessen und notwendig? Wie kann das Neu- und Weiterbauen vor Ort zu Mehrwerten führen und bestehende Profile sichern/ausbauen/stärken? Welche zukunftsfähigen Wohn- und Arbeitsqualitäten wollen wir in der Region entwickeln?

> Freiräume und Kulturlandschaften als Alleskönner
> Wirtschaft zwischen Fortschreibung und Umbruch
> Regionale Perspektive vs. kleinräumige Interessen

Die Region besitzt hochwertige Freiräume unterschiedlicher Funktion, deren Qualität es trotz Siedlungsdruck auch zukünftig zu sichern und zu entwickeln gilt. Zunehmend stellen sich weitere Nutzungsansprüche und funktionale Anforderungen an die regionalen Freiräume: Lebensmittellieferant, regionale Klimaanlage, Energieproduzent und neue Mobilitätsinfrastruktur. Die Landschaft wird zum Alleskönner. Wie kann die Sicherung von Freiräumen mit den siedlungsstrukturellen Entwicklungen zusammen gesteuert werden?

Global Player, eine exzellente Hochschul- und Forschungslandschaft und innovative mittelständische Unternehmen mit langer Tradition – die Wirtschaftsstruktur der Region ist differenziert und in den Teilräumen sehr unterschiedlich ausgeprägt. Die Digitalisierung wird die regionalen Arbeitswelten in den kommenden zwei Jahrzehnten maßgeblich verändern. Was bedeutet dies für die Wissenschafts-, Dienstleistungs- und Produktionsstandorten der Region? Wie kann eine regionale Arbeitsteilung von Standorten und Räumen weiter ausgebaut werden?

Wohnraumversorgung, Mobilitätssicherung, Daseinsvorsorge, die Bereitstellung von Wirtschaftsflächen u.w.m. lassen sich zunehmend nur noch interkommunal und in neuen Partnerschaften bewältigen. Gemeinsames, regionales Handeln führt zur Wiederherstellung kommunaler Gestaltungsmöglichkeiten. In welchen Räumen und zu welchen Themen muss die Kooperation weiter ausgebaut werden? Wie können regionale Konzepte und Strategien die Talente und Begabungen der Teilräume mit Mehrwert für den Gesamtstandort weiter schärfen und eine regionale Arbeitsteilung von Standorten und Räumen befördern?


ZIELE


Ziel des Agglomerationskonzeptes ist es, unter Berücksichtigung der vielschichtigen Ausgangslage und Zukunftsfragen der Region, den räumlichen Umbau und die qualitative Weiterentwicklung der polyzentrischen Agglomeration so zu gestalten, dass zukunftsfähige Raumstrukturen langfristig gesichert werden bzw. neu entstehen. Es geht darum, die Lebens- und Standortqualität und damit die Konkurrenzfähigkeit der Region Köln/Bonn für Nordrhein-Westfalen im (inter-)nationalen Wettbewerb der Regionen aufrechtzuerhalten und zu stärken.

Über eine differenzierte Betrachtung der Entwicklungsaufgaben, Prägungen und Profile der regionalen Teilräume werden im Rahmen des Agglomerationskonzeptes Hinweise und Ansatzpunkte für teilregionale, interkommunale Kooperationen und Projekte zur Raum- und Strukturentwicklung geliefert, die regionale Arbeitsteilung zwischen Standorten und Räumen unterstützt und eine ausbalancierte Entwicklung in der Region ermöglicht. Für die kommunale Planungsebene liefert das Agglomerationskonzept Diskussionsbeiträge hinsichtlich der eigenen mittel- bis langfristigen Entwicklung und Profilierung im regionalen Gesamtgefüge. Zudem wurden Erkenntnisse aus dem Agglomerationskonzept als strategischen Fachbeitrag in die Regionalplanung eingebracht.

Zusammenfassend lassen sich für das Agglomerationskonzept folgende Ziele und Beiträge festhalten:

  • Durchführung eines regionalen Zukunftsdialogs unter Einbindung der Kommunen und Akteure in der Region,
  • Erarbeitung eines Strukturkonzeptes zur zukunftsfähigen räumlichen Entwicklung der Region im Zeithorizont 2040 und darüber hinaus,
  • Stärkung der interkommunalen und regionalen Arbeitsteilung von Räumen und Standorten im Sinne einer ausbalancierten regionalen Gesamtentwicklung,
  • Erstellung eines strategischen Fachbeitrags der Region zur Regionalplanung,
  • Aufzeigen von Förder- und Entwicklungsbedarfen der Region und
  • Formulierung von Beiträgen zum Klimaschutz in der Region.

 


PROZESSABLAUF


Prozessüberblick

Der Planungs- und Dialogprozess zum Agglomerationskonzept gliederte sich in drei Phasen.

Phase 1 - HERAUSFORDERUNGEN:

In der Phase 1 wurden Herausvorderungen, Problemlagen, Potenziale und wesentliche Einflussfaktoren der Entwicklung für die Region herausgearbeitet (Workshopreihe „Diagnose“). Auf dieser Basis erfolgte eine Diskussion möglicher zukünftiger Entwicklungen in den Teilräumen. In den moderierten Workshops arbeiteten die Kommunen, Kreise und für den jeweiligen Raum relevanten raumgestaltenden Akteure kooperativ zusammen.

Die Workshopreihen wurden flankiert durch die Erarbeitung einer Grundlagenuntersuchung Mobilität. Die Untersuchung beschreibt aktuelle und künftige Herausforderungen der Region im Bereich Mobilität/Verkehr und formuliert vor dem Hintergrund gesellschaftlicher, ökonomischer und technologischer Trends Handlungsempfehlungen für die zukünftige Entwicklung. 

Ergebnisse der Phase 1 sind:

  • die Grundlagenuntersuchung Mobilität,
  • ein Aufgabendossier Raumentwicklung mit teilräumlichen Entwicklungsprofilen als Aufgabenstellung für die Planungsteams in Phase 2 sowie für den weiteren Prozessverlauf.

Das Aufgabendossier Raumentwicklung wird als Ergebnis der ersten Phase in die zweite Phase überführt. Es stellt die Grundlage für die weitere Bearbeitung durch vier Planungsteams dar.

 
Phase 2 - KONZEPTBEITRÄGE:

In Phase 2 wurden verschiedene Konzeptbeiträge für die Gesamtregion und ihre Teilräume durch vier interdisziplinäre Planungsteams aus Stadt- und Regionalplanern, Freiraumplanern, Verkehrsplanern/Mobilitätsexperten und ggf. weiteren Disziplinen entworfen. Ein enger Austausch mit der Region erfolgte hierbei über Kolloquien. Zudem wurden die Beiträge mit dem Empfehlungsgremium, der Steuerungsgruppe aus regionalen Akteuren beraten und die Konzepte diskutiert.

Ergebnisse dieser Phase waren verschiedene, konkurrierende

  • Konzeptbeiträge zur räumlichen Entwicklung der Gesamtregion und
  • erste Strukturbilder und Vertiefungen für die Teilräume der Region.

Die Skizzen zur Region sowie die Raumbilder der Teilräume werden in der anschließenden dritten Phase zusammenfassend dargestellt, verglichen und in Bezug zueinander gesetzt.

 
Phase 3 - STRUKTURBILD:

Phase 3 diente der Auswertung, Vertiefung und Zusammenführung der verschiedenen Konzeptbeiträge aus Phase 2. Ziel war es, tragfähige Aussagen der Einzelbeiträge hinsichtlich der Entwicklung der Gesamtregion und ihrer Teilräume zu einem kosisteten und integrierten Strukturbild zusammenzuführen erhalten. Dieser Arbeitsschritt erfolgte gemeinschaftlich durch das Begleitbüro, das den Gesamtprozess gemeinsam mit dem Region Köln/Bonn e.V. koordinierte, die Steuerungsgruppe und das Empfehlungsgremium.

Als Ergebnis der Phase 3 stehen

  • ein tragfähiges Strukturbild 2040+ für die räumliche Entwicklung der Region in den kommenden 20 Jahren und
  • regionale Teilkonzepte zu den Themen Siedlung, Wirtschaft, Freiraum & Landschaft, Umweltverbund, MIV & Wirtschaftsverkehr unf Polyzentrische Entwicklung
  • Kernaufgaben, Ziele und Entwicklungsprinzipien

Die Ergebnisse des Prozesses werden abschließend auf einer Transferkonferenz gegenüber der Region, Land und Bund präsentiert und der Transfer in andere Regionen des Landes Nordrhein-Westfalen angestoßen.


Prozessdokumentation


Phase 1 - Herausforderung

Herausforderung

Den offiziellen Startpunkt der Phase 1 bildete das Regionalforum, bei dem ca. 300 Akteure aus Verwaltung, Politik und regionalen Institutionen über die Ziele, Abläufe und angestrebten Ergebnisse informiert wurden. Daran anschließend fanden so genannte Diagnose-Workshops statt, um die Herausforderungen, Problemlagen, Potenziale und wesentliche Einflussfaktoren der Raumentwicklung für die Teilräume „Ville und Börde“, Rheinschiene“ und „Bergisches RheinLand“ der Region zu ermitteln und zu diskutieren.

Zwei daran anknüpfende Workshops setzten sich mit den gesamtregionalen Netzen, Beziehungen und Wechselwirkungen der „blau-grünen“ und „grau-blauen“ Infrastruktur auseinander.

Parallel wurden die „Grundlagenuntersuchung Mobilität“ (Bearbeitung: ILS gGmbH in Zusammenarbeit mit PTV Transport Consult GmbH) sowie die regionale Klimawandelvorsorgestrategie (Bearbeitung: plan + risk consult und agl Hartz ·Saad  Wendl) erarbeitet.

Die Ergebnisse der Workshops wurden in der Veranstaltung „Etappenziel 1“ zusammengefasst und mit den regionalen Akteuren reflektiert sowie in Form eines Aufgabendossiers zur Raumentwicklung gemeinsam mit ersten Teilergebnissen der „Grundlagenuntersuchung Mobilität“ sowie der Klimawandelvorsorgestrategie zur Bearbeitung im weiteren Prozess aufbereitet.

VERANSTALTUNGEN IN PHASE 1

Workshop "Etappenziel 1"
10. Juli 2017 | Hennef
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Workshops "Wirkungszusammenhänge"
Blau-Grüne Infrastruktur, Mai 2017 | Rösrath
Grau-Blaue Infrastruktur, Mai 2017 | Köln
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Workshopreihe "Diagnose"
April / Mai 2017 | Bergisch Gladbach, Bergheim, Engelskirchen
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Auftaktveranstaltung zum Agglomerationskonzept
16. Januar 2017 | Universitätsclub Bonn
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Phase 2 - Konzeptbeiträge

Konzeptbeiträge

In Phase 2 wurden verschiedene Zielbilder und Strukturkonzepte für die Gesamtregion sowie teilräumliche bzw. thematische Vertiefungen durch vier interdisziplinäre und teilweise internationale Planungsteams aus Stadt- und Regionalplanern, Freiraumplanern, Verkehrsplanern/Mobilitätsexperten und weiteren Disziplinen entworfen.

Die Konzeptentwicklung erfolgte in einem kooperativen Austausch und dialogischen Prozess der Teams untereinander und mit dem Region Köln/Bonn e.V., dem Begleitbüro, der Steuerungsgruppe und dem Empfehlungsgremium sowie den Akteuren der Region. Hierzu dienten Kolloquien, Arbeitsklausuren, Arbeitssitzungen sowie das „Etappenziel 2“, auf dem die finalen Entwürfe der Planungsteams zur regionalen Rückkopplung und Einbindung vorgestellt wurden.
Ergebnisse dieser Phase waren verschiedene, konkurrierende Ideen und Konzeptansätze für die Gesamtregion und jeweils räumliche bzw. thematischen Vertiefungen der Beiträge.

Beiträge der Teams

Team 1

MUST Städtebau GmbH
H+N+S Landschaftsarchitekten
Stellwerk
  

Team 2

orange edge
Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen GmbH
Arup Deutschland GmbH
 

Team 3

urbanista
Studio Vulkan Landschaftsarchitekten GmbH
ARGUS Stadt und Verkehr GmbH
bureau für Raumentwicklung Andreas Nütten

Team 4

van de Wetering
mrs partner AG
ASP Landschaftsarchitekten AG
 

VERANSTALTUNGEN IN PHASE 2

Etappenziel 2
13. September 2018 | Max Ernst Museum Brühl
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Zwischenkolloquium
1. März 2018 | FORUM Leverkusen
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Auftaktkolloquium mit den Planungsteams
12. Oktober 2017 | Rheinforum Wesseling
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Phase 3 - Strukturbild

Strukturbild

Die Phase 3 diente der Auswertung, Vertiefung und Weiterentwicklung der vier verschiedenen Konzeptansätze der Planungsteams zum Agglomerationskonzept für die Region. Ziel war es, aus den unterschiedlichen Beiträgen tragfähige Aussagen hinsichtlich der Entwicklung der Gesamtregion und ihrer Teilräume abzuleiten. Dieser Arbeitsschritt erfolgte im gemeinsamen Austausch zwischen dem Begleitbüro, dem Region Köln/Bonn e.V., den Planungsteams, dem Empfehlungsgremium und der Steuerungsgruppe. Die breite Rückkopplung mit der Region fand im Rahmen des „Etappenziels 3“ sowie in einem sich anschließenden Beteiligungsverfahren statt, in dem Hinweise und Anregungen für die abschließende Ausarbeitung gegeben werden konnte. Circa 40 Institutionen haben von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht und über 400 Hinweise formuliert, die geprüft und nach Rückkopplung mit der Steuerungsgruppe soweit möglich bei der finalen Bearbeitung berücksichtigt wurden. Als Ergebnis wurden das „Strukturbild 2040+“ für die räumliche Entwicklung der Region in den kommenden 20 bis 25 Jahren und hiermit korrespondierende thematische Teilstrategien mit vertiefenden Konzeptaussagen erarbeitet. Den Abschluss des Prozesses bildete die „Transferkonferenz“ am 23. September 2019, in der die Ergebnisse des Agglomerationskonzeptes einem breiten Publikum präsentiert wurden.

VERANSTALTUNGEN IN PHASE 3

Etappenziel 3
7. Mai 2019 | Rheinisches Landestheater Neuss
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Transferkonferenz
23. September 2019 | Maternushaus Köln
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FÖRDERUNG/FINANZIERUNG


Der Prozess zum Agglomerationskonzept wurde mit Mitteln der EU und des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung 2014-2020 (EFRE 2014-2020) gefördert. Hierfür hat sich der Region Köln/Bonn e.V. im Jahr 2015 erfolgreich am Projektaufruf REGIO.NRW des Landes Nordrhein-Westfalen beteiligt. Die zur Co-Finanzierung des Projektes erforderlichen Eigenanteile wurden vom Region Köln/Bonn e.V. auf der Basis von Beschlüssen des Vorstandes bereitgestellt.

 



PROJEKTBETEILIGTE


Trägerschaft

Der Region Köln/Bonn e.V. war stellvertretend für die Region Projektträger des Agglomerationskonzeptes. Die Hauptaufgabe lag in der Gesamtkoordination und fördertechnischen Abwicklung des Projektes. 

Der Region Köln/Bonn e.V. übernahm gemeinsam mit dem Begleitbüro die Verfahrenskoordination und fachliche Steuerung, stellte den Austausch zu und zwischen Steuerungsgruppe, Empfehlungsgremium und den Akteuren der Region sicher, lud zu Veranstaltungen und Arbeitskreisen ein und steuerte die Kommunikation und den Gesamtverlauf. Hinzu kamen die Schnittstellenarbeit zum Fördergeber, der Landesplanung und den Regionalplanungsbehörden sowie die Kommunikation und Information anderer Regionen in NRW.

Kooperationspartner

Kooperationspartner in dem Projekt für den Bereich Mobilität/Verkehrsinfrastrukturentwicklung war die Nahverkehr Rheinland (NVR) GmbH. Im engen Austausch mit dem Region Köln/Bonn e.V. und als Mitglied der Steuerungsgruppe oblag dem NVR die fachliche Begleitung des Prozesses sowie die Einschätzung und Stellungnahme zu den regionalen Bedarfen von Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen und den Konzepten im Hinblick auf Fragen zur zukünftigen regionalen Mobilität.

Empfehlungsgremium

Das Empfehlungsgremium setzte sich aus externen Fachexperten unterschiedlicher Disziplinen – Stadt- und Regionalplanung, Freiraumentwicklung, Mobilität, Wirtschaftsgeographie, Immobilienwirtschaft, Zukunftsforschung – zusammen.

Aufgabe des Empfehlungsgremiums war die fachliche Beratung der Akteure der Region, der beteiligten
Planungsteams, des Begleitbüros und der Verfahrenskoordination über die gesamte Dauer des Prozesses. Es sollte zu einer fachlichen Kommunikation über das Projekt anregen und einen Transfer in fachwissenschaftliche Kreise anstoßen.

Steuerungsgruppe

Die Steuerungsgruppe begleitete den Prozess in inhaltlich-fachlicher Hinsicht und unterstützte bei der strategischen Steuerung (Prozessgestaltung, Kommunikation u.a.). Sie setzte sich aus Vertretern der raumrelevanten Arbeitsgremien des Region Köln/Bonn e.V. zusammen, d.h. der Kooperationsrunden Siedlungsentwicklung und Energie/Klima und der Arbeitskreise Natur & Landschaft, Rhein sowie Wirtschaftsförderung und Strukturpolitik zusammen. Darüber hinaus waren der Kooperationspartner Nahverkehr Rheinland GmbH und die Regionalplanungsbehörden Köln und Düsseldorf vertreten.

Planungsteams

Die weitreichende inhaltlich-konzeptionelle Basis des Agglomerationskonzeptes wurde insbesondere durch die Konzeptbeiträge von vier interdisziplinär besetzten Planungsteams in Phase 2 des Prozesses geschaffen. In drei Arbeitsschritten und unter Einbeziehung der Anmerkungen aus der Region sowie des Region Köln/Bonn e.V. waren diese aufgefordert, mutige räumliche Ziel- und Entwicklungsbilder sowie Strategieansätze für die Region zu erarbeiten.

Folgende Planungsteams waren im Prozess beteiligt:

> van de Wetering mit mrs partner AG und ASP Landschaftsarchitekten AG

> urbanista mit Studio Vulkan Landschaftsarchitekten GmbH, ARGUS Stadt und Verkehr GmbH, bureau für Raumentwicklung und Andreas Nütten

> MUST Städtebau GmbH mit H+N+S Landschaftsarchitecten und Stellwerk

> orange edge mit Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen GmbH und Arup Deutschland GmbH

 

Begleitbüro

Das Begleitbüro hatte neben der Unterstützung des gesamten Verfahrensmanagements die Aufgabe, den Prozess inhaltlich und fachlich zu begleiten. Ihm oblag zudem die Betreuung und Beratung der Planungsteams in Phase 2 sowie die Zusammenführung von Inhalten aus den Arbeiten der Planungsteams in Phase 3. Das Begleitbüro setzte sich als Arbeitsgemeinschaft aus den folgenden Büros zusammen:

Grundlagenuntersuchung Mobilität

Im Rahmen des Agglomerationskonzeptes wurde eine Grundlagenuntersuchung Mobilität durch das Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung gGmbH (ILS) und die PTV (PTV Transport Consult GmbH) erstellt. Der Erarbeitungsprozess wurde gemeinsam von der Nahverkehr Rheinland (NVR) GmbH und dem Region Köln/Bonn e.V. betreut. Durchgeführt wurde diese Untersuchung von einer Arbeitsgemeinschaft bestehend aus dem

 


SCHNITTSTELLEN


Arbeitsteilung mit der formellen Regionalplanung

Paralell zur Erarbeitung des Agglomerationskonzeptes befinden sich die Regionalpläne Köln und Düsseldorf in einer Neuaufstellung bzw. in einem Fortschreibungsprozess. Besonderes Ziel des Agglomerationskonzeptes ist die Einbringung der Ergebnisse des informellen Planungs- und Zukunftsdialoges in die formelle Regionalplanung. Für die Kommunen, Kreise und raumgestaltenden Akteure der Region Köln/Bonn bietet das Agglomerationskonzept die Chance, sich pro-aktiv mit eigenen Konzepten in die formellen Planungsprozesse einzubringen.
Als informelles, integriertes Entwicklungskonzept liefert das Agglomerationskonzept als Fachbeitrag Lösungsansätze für die vielfältigen Herausforderungen auf regionaler und teilregionaler Maßstabsebene. Die Bezirksregierungen Köln und Düsseldorf waren seit der Phase der Vorbereitung an der Prozessgestaltung kooperativ beteiligt und unterstützten den Prozess zum Agglomerationskonzept äußerst konstruktiv. Unter anderem durch die Mitwirkung der Bezirksregierungen in der Steuerungsgruppe konnten regelmäßig Austausche über Schnittstellen und Übertragbarkeiten zwischen dem informellem Strukturkonzept und der formellen Regionalplanung stattfinden.

 

 


Regionale Klimawandelvorsorgestrategie und teilregionale Konzepte

Durch eine integrierte Betrachtung von Siedlungs-, Freiraum- und Mobilitätsentwicklung in der Region im Rahmen des Agglomerationskonzeptes sollten Zielkonflikte zwischen den Raumansprüchen gelöst und nachhaltige Raumstrukturen entwickelt werden. Um dies zu erreichen, sowie der Gleichzeitigkeit und Mehrdimensionalität von räumlichen Entwicklungen in der Region Köln/Bonn gerecht zu werden, bedurfte es eines kontinuierlichen Abgleichs bzw. der Integration von (Zwischen-)Ergebnissen weiterer teilregionaler Konzepten (u.a. Konzepte des Aufrufs StadtUmland.NRW) in den Prozess des Agglomerationskonzeptes.

Parallel zu und zugleich verzahnt mit dem Agglomerationskonzept erarbeitete die Region Köln/Bonn eine regionale Klimawandelvorsorgestrategie (KWVS), deren Schwerpunkt auf der räumlichen Anpassung der Region und ihrer Teilräume an die Klimafolgen liegt. Die Ergebnisse der KWVS wurden sukzessive in den Erarbeitungsprozess zum Agglomerationskonzept eingespeist. Eine weitergehende Verzahnung soll im Rahmen der Operationalisierung beider Konzepte auf der Ebene konkreter Planungen und Konzepte erfolgen.Als integriertes, gesamtregionales Konzept leistet das Agglomerationskonzept zusammen mit der „Regionalen Klimawandelvorsorgestrategie“ einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz in der Region und ermöglicht zugleich eine weitere, zwischen den Teilräumen und Ansprüchen der Region ausbalancierte Entwicklung.

 


ERGEBNISSE


Agglomerationskonzept Region Köln/Bonn


Ergebnisse des Prozesses

Das Agglomerationskonzept ist das Ergebnis eines intensiven dreijährigen Arbeits- und Planungsprozesses in der Region Köln/Bonn, an dessen Erarbeitung in 7 Meilensteinveranstaltungen über 2.000 raumgestaltende Fachakteure der Region aktiv teilgenommen haben. Die ambitionierte Aufgabe bestand darin, ein räumliches Zielbild für eine balancierte Entwicklung unserer Region im Zeithorizont bis 2040 zu entwickeln. Handlungsleitend war die Frage, wie ein guter Raumzustand der sich dynamisch verändernden Agglomeration Region Köln/Bonn im Jahr 2040 aussehen und ein konkreter, umsetzungsorientierter Weg dorthin gestaltet werden könnte.

Das Agglomerationskonzept Region Köln/Bonn setzt sich aus zwei sich ergänzenden Produkten zusammen:

  • Konzeptband
    Der Konzeptband widmet sich im Fokus dem „Strukturbild 2040+“, beschreibt die zentralen Ziele des Konzeptes und erläutert die regionalen Teilstrategien. Diese sind hinterlegt mit konkreten, strategiebezogenen Zielen und Entwicklungsprinzipien und bilden gemeinsam die Kernprodukte des Agglomerationskonzeptes.
  • Prozessdokumentation
    In der Prozessdokumentation wird das kooperative Vorgehen, das zum „Strukturbild 2040+“ sowie seinen thematischen Teilstrategien geführt hat, erläutert, welche Akteure und Gremien im Prozess beteiligt waren und welche Zwischenschritte und -ergebnisse dabei erreicht wurden.

 

Beide Produkte stehen für Sie unten zum Download bereit.

Produkte des Agglomerationskonzeptes Region Köln/Bonn

Konzeptband

Der Konzeptband widmet sich schwerpunktmäßig dem „Strukturbild 2040+“, beschreibt die zentralen Zielvorstellungen des Konzeptes mit seinem programmatischen Leitbild und erläutert die regionalen Teilstrategien. Diese sind hinterlegt mit konkreten, strategiebezogenen Zielen und Entwicklungsprinzipien und bilden gemeinsam die Kernprodukte des Agglomerationskonzeptes.
  

Prozessband

Die Prozessdokumentation des Agglomerationskonzeptes widmet sich schwerpunktmäßig dem Vorgehen, das zum „Strukturbild 2040+“ sowie seinen thematischen Teilstrategien geführt hat, erläutert welche Akteure und Gremien im Prozess beteiligt waren und welche Zwischenschritte und -ergebnisse dabei erreicht wurden.
 

Kartenblätter

In den Kartenblättern sind das Strukturbild 2040+ sowie die Regionalen Teilstrategien in hoher Auflösung zum Druck zusammengestellt.
 


Grundlagenuntersuchung Mobilität


Flankierend zu den konzeptionellen und analytischen Arbeiten in Phase 1 erarbeitete das Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS) in Zusammenarbeit mit der PTV Group die Grundlagenuntersuchung Mobilität (Bearbeitungszeitraum: 11.2016-08.2018). Die Untersuchung beschreibt aktuelle und künftige Herausforderungen der Region im Bereich Mobilität/Verkehr und formuliert Handlungsempfehlungen für die zukünftige Entwicklung vor dem Hintergrund gesellschaftlicher, ökonomischer und technologischer Trends sowie verschiedener Szenarien. Die Grundlagenuntersuchung Mobilität ersetzt jedoch kein integriertes Mobilitäts- und Verkehrskonzept.

Viel Wert wurde dabei auf kartographische Abbildungen gelegt. Abgeleitet aus einer detaillierten Analyse des Bestands und der von der Region angemeldeten Planungen im Bereich der Mobilität und der Verkehrsinfrastruktur sowie der gesellschaftlichen, ökonomischen und technologischen Trends mündet der Bericht in Handlungsempfehlungen für die zukünftige Entwicklung unserer Region.

Bei der Erarbeitung wurde konsequent auf die Analyse und Darstellung der teilräumlichen Zusammenhänge innerhalb der Region und im Verhältnis zu benachbarten Räumen achtgegeben. Die Maßstäblichkeit und die Körnigkeit der Ergebnisse und Aussagen sind daher auf interkommunale Zusammenhänge und Verflechtungen ausgerichtet; von einzelnen lokalmaßstäblichen Aussagen wurde bewusst Abstand genommen.

Bereits im Vorfeld der Fertigstellung der Grundlagenuntersuchung wurden in mehreren Veranstaltungen zum Agglomerationskonzept Zwischenergebnisse aus der Grundlagenuntersuchung in den Dialog zwischen kommunaler und regionaler Planungsebene zur integrierten Raumentwicklung eingebracht. Die hier gewonnenen Hinweise und Diskussionsbeiträge sind in den Bericht eingegangen bzw. werden im weiteren Erarbeitungsprozess des Agglomerationskonzeptes berücksichtigt.

Die Grundlagenuntersuchung Mobilität bietet aus kommunaler Perspektive vielfältige Ansätze zur Diskussion und zum lokalmaßstäblichen Abgleich und ist ein wichtiger Baustein bei der Fortführung des Zukunftsdialogs zwischen kommunaler und regionaler Ebene.

Impressionen