Förderung ermöglicht neues Leben für den Kelzenberger Bach.
Mit dem Projekt „BlauGrünSchlossDyck“ startet die Stiftung Schloss Dyck gemeinsam mit Bund, Kreis und Stadt in eine neue Phase nachhaltiger Entwicklung. Nach Jahrzehnten, in denen der Kelzenberger Bach infolge der Grundwasserabsenkung durch den Tagebau Garzweiler trockenfiel, soll das historische Fließgewässer bald wieder durch den denkmalgeschützten Schlosspark fließen.
Die Parlamentarische Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter vom Bundesumweltministerium überreichte dazu offiziell den Förderbescheid über rund 1,8 Millionen Euro. Das Vorhaben wird im Rahmen des Bundesprogramms „Kommunale Modellvorhaben zur Umsetzung der ökologischen Nachhaltigkeitsziele in Strukturwandelregionen (KoMoNa)“ finanziert. Den kommunalen Eigenanteil von etwa 460.000 Euro trägt der Rhein-Kreis Neuss. Zwischen Oktober 2025 und September 2028 soll das Projekt umgesetzt werden.
Natur und Bildung im Einklang
Kern des Vorhabens ist die Renaturierung des Kelzenberger Bachs, um einen Auenlebensraum zu schaffen, der Flora und Fauna neue Chancen bietet. Dadurch verbessert sich nicht nur das Mikroklima im Park, sondern auch die Wasserqualität der Gräften und des Schlossweihers. Ergänzt wird die ökologische Aufwertung durch ein vielfältiges Bildungs- und Erlebnisangebot: Ein geplanter Naturlehrpfad wird künftig über Themen wie Gewässerschutz und Biodiversität informieren, während ein Kultur- und Wasserspielplatz sowie ein blau-grünes Klassenzimmer Kinder und Jugendliche spielerisch an Umweltfragen heranführen. Auch ein Informationspavillon auf der Tempelgarteninsel, der sich am historischen Vorbild orientiert, soll Besucherinnen und Besuchern die Geschichte der Wasserlandschaft näherbringen.
Nachhaltige Schlosslandschaft als Vorbild
Die Vorhaben tragen somit zusätzliche Bausteine zum Zukunftsprojekt „Klimaneutrale Schloss- und Parkanlage Schloss Dyck“ im Agglomerationsprogramm Region Köln/Bonn bei. Für das Projekt hat die Stiftung Schloss Dyck bereits 2021 einen Förderbescheid im Förderprogramm „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ des Bundes erhalten. Dabei entsteht ein beispielhaftes Modellprojekt: Das auf dem Gelände angebaute Miscanthusgras (Chinaschilf) wird künftig zur klimaneutralen Wärmeversorgung des Schlosses genutzt.
Darüber hinaus wird der Fokus auf die Klimafolgenanpassung gelegt. In den letzten Jahren wurden auf der Parkanlage Schäden durch Dürreperioden, Sturmschäden und Starkregen immer häufiger sichtbar. Als Antwort darauf sollen ein klimaangepasstes Parkpflegewerk, die Erforschung und Erprobung resilienterer Baumarten, innovative Baumpflege, Förderung der Biodiversität, Bodenverbesserungsmaßnahmen sowie ein Schutz vor Starkregen und Hochwasser implementiert werden. Damit leistet das Zukunftsprojekt einen Beitrag zu Kernaufgaben der Programmlinie „Ressourcen der Region nachhaltig und zukunftsorientiert nutzen“ wie die Stärkung nachhaltiger Ressourcennutzung und einem klimaresilienten Waldumbau.
Verbindung zum Blau-Grünen Band Garzweiler
Darüber hinaus steht das Projekt „BlauGrünSchlossDyck“ in engem räumlichen und inhaltlichen Bezug zum entstehenden Blau-Grünen Band um den Tagebau Garzweiler, das vom Zweckverband LANDFOLGE Garzweiler entwickelt wird und ebenfalls Zukunftsprojekt des Agglomerationsprogramms ist. Ziel ist es, ein zusammenhängendes Netz aus Wasserläufen, Grünflächen und neuen Lebensräumen zu schaffen – eine blau-grüne Infrastruktur, die Menschen, Natur und Kultur in den vom Strukturwandel betroffenen Regionen neu zusammenführt.
