AUSGANGSLAGE


Zu Beginn der 2020er Jahre ist die Region Köln/Bonn nach wie vor ein attraktiver Lebens- und Wirtschaftsstandort im Zentrum Europas – u.a. belegt dies die ständig wachsende Bevölkerungszahl. Zugleich steht die Region in den kommenden Jahren und Jahrzehnten vor enormen Transformationsaufgaben: durch den Ausstieg aus der Braunkohleförderung bis 2038 kommt es zu einem umfassenden Strukturwandelprozess im Rheinischen Revier. Entlang der Rheinschiene zwischen Leverkusen, Köln und der Bundesstadt Bonn wird es zunehmend schwieriger, Flächen für Wohnen und Gewerbe zu finden und auch das Bergische RheinLand steht vor Herausforderungen, die vergleichbar mit denen entlang der Rheinschiene sind, in ihren Ausprägungen und Dimensionen allerdings deutlich kleinteiliger. Um die gesamte Region „in Balance“ zu halten, hat der Region Köln/Bonn e.V. im Jahr 2019 mit dem Agglomerationskonzept und der regionale Klimawandelvorsorgestrategie zwei innovative Dachstrategien vorgelegt, die zur Sicherung der räumlichen Entwicklungsfähigkeit der Region beitragen sollen. Das bundesweit einmalige Agglomerationskonzept, das in einem kooperativen Dialog- und Planungsprozess gemeinsam mit der und für die Region erarbeitet wurde, legt mit dem Strukturbild 2040+ sowie regionalen Teilstrategien eine klare Zukunftsperspektive zur sektor- und akteursübergreifenden kooperativen Raumentwicklung vor. Die der regionalen Klimawandelvorsorgestrategie trägt dazu bei, die Anpassung an die unvermeidbaren Folgen des Klimawandels perspektivisch im kommunalen und regionalen Handeln zu verankern, die Anpassungskapazitäten in der Region zu erhöhen und zugleich Maßnahmen des Klimaschutzes weiter zu befördern.

Um die Region in Balance zu halten, sind nicht allein Fachkonzepte und Planungen entscheidend. Sie können lediglich das Fundament für die perspektivische Entwicklung bilden. Im nächsten Schritt gilt es, die Konkretisierung bzw. Umsetzung in den Fokus zu stellen. Dazu dient mit seinem informellen und integrierten Ansatz das Agglomerationsprogramm Region Köln/Bonn, dessen Erarbeitungsprozess im Jahr 2020 gestartet ist.

 

 


Ziele und Absichten

Ziel des Agglomerationsprogramms Region Köln/Bonn ist die Operationalisierung der beiden vorgelegten regionalen Dachstrategien und weiterer teilregionaler Prozesse in konkrete Projekte. Das Agglomerationsprogramm soll als Orientierungsrahmen und Impulsgeber strategische, thematische und räumliche Schwerpunkte für die Entwicklung der Region setzen und diese mit beispielhaften Projekten hinterlegen. Es soll Entwicklungen ermöglichen und die Effizienz in der Mittelverwendung durch abgestimmte Maßnahmen unterstützen. Strategien, Kooperationen und Beiträge leiten sich aus den regionalen Dachstrategien Agglomerationskonzept und Klimawandelvorsorgestrategie, der Arbeit in Entwicklungspfaden sowie Schnittstellenprozessen (z.B. bei der REGIONALE 2025 Bergisches RheinLand, den Stadt-Umland-Verbünden und im Rheinischen Revier) ab.

Zum Erreichen des Ziels des Agglomerationsprogramms wird ein regional abgestimmter und integrierter Strategischer Handlungsrahmen erarbeitet. Er schafft über Programmlinien perspektivisch die Anschlussfähigkeit für eine große Vielfalt an beispielhaften Projekten und Vorhaben (räumlich, thematisch, zeitlich etc.) und soll dabei helfen, zielgerichtet und erfolgreich auf Förderangebote von EU, Bund und des Landes Nordrhein-Westfalen zuzugreifen.

 


Agglomerationsprogramm als "Scharnier" zwischen Bedarfslagen und Förderangeboten

Das Agglomerationsprogramm Region Köln/Bonn stellt mit seinem informellen und integrierten Ansatz somit das „Scharnier“ zwischen den beiden 2019 vorgelegten regionalen Dachstrategien Agglomerationskonzept und Klimawandelvorsorgestrategie, den Bedarfslagen der Region und den aktuellen und künftigen Projekt-Förderangeboten des Landes Nordrhein-Westfalen, dem Bund und der EU (Perspektive Förderzeitraum 2021-2027) dar. Durch das Agglomerationsprogramm können die Bedarfe und Zukunftsaufgaben der Region gebündelt kommuniziert werden. Es verzahnt die teilregionalen Programme und Prozesse der Region und befördert die Adaption und Imitation beispielhafter guter Projekte. Damit beschleunigt es weitere Entwicklungen und Projektumsetzungen vor Ort innerhalb der Region (Diffusion).