DREIFACHE INNENENTWICKLUNG


Einordnung

 

Was ist die "Dreifache Innenentwicklung"?

Dem integrierten Entwicklungsprinzip der dreifachen Innenentwicklung nach, soll eine bauliche und funktionale Innenentwicklung (im Sinne einer kompakten Stadt der kurzen Wege) mit einer Ergänzung und Qualifizierung des Grüns sowie mit einer Erhöhung der klimaschonenden Mobilitätsoptionen kombiniert werden, um die möglichen negativen Folgen baulicher Verdichtung (Versiegelung, Verkehrsaufkommen, Verletzlichkeit im Zuge des Klimawandels) von vornherein zu minimieren. So verstanden ermöglicht die dreifache Innenentwicklung die Umsetzung von ortsangepassten baulichen und funktionalen Dichten und gleichzeitig die Chance, die Quantität und Qualität des Freiraums zu erhöhen, die Mobilitätsangebote vor Ort zu optimieren und einen wichtigen Beitrag zur Klimaanpassung zu leisten.

 

 

 

Der Prozess

In dem Prozess zur dreifachen Innenentwicklung sollen bis Juli 2022 Strategien zur Mobilisierung von Innenentwicklungspotenzialen erarbeitet und in einer Praxishilfe aufbereitet werden. Das zentrale Ziel ist es, gemeinsam mit Akteur*innen aus der Region, Lösungswege für eine dreifache Innenentwicklung in der Region Köln/Bonn zu entwickeln sowie mehr Verständnis und Akzeptanz für deren Anwendung zu schaffen.

Im Mittelpunkt des Prozesses steht zum einen die Auswertung und Aufbereitung von konkreten Beispielen – sowohl erfolgreich umgesetzter Vorhaben als auch solche, die in den nächsten Jahren in Angriff genommen werden.  Diese Best-Practice-Beispiele sollen Anregungen für die kommunale Praxis sein. Zum anderen sollen exemplarische Lösungswege für künftige Vorhaben der Innenentwicklung in der Region Köln/Bonn an vier konkreten Fallbeispielen – den Reallaboren – erarbeitet und dabei die Umsetzbarkeit einer dreifachen Innen­entwicklung überprüft werden. Hierbei gilt es Handlungsempfehlungen zur Lösung von Zielkonflikten und zum Umgang mit Hemmnissen und Restriktionen bei der Flächenmobilisierung abzuleiten.

 

Wie verläuft der Planungsprozess bis zur Praxishilfe?

  1. Analysephase: Bestandsanalyse und Steckbriefsammlung inkl. einer Kommunalbefragung      
  2. Typisierungsphase: Gebietstypisierung und Potenzialanalyse in drei teilregionalen Workshops
  3. Impulsphase: Fachgespräche für eine vertiefende Betrachtung 
  4. Lösungsphase: Entwicklung und Überprüfung von Lösungswegen anhand von vier Reallaboren; Aufbereitung und Zusammenführung der Erkenntnisse in einer Praxishilfe

 

 

Wo stehen wir?

Eine Kommunalbefragung im April 2021 bildete den Einstieg in die beschriebene regionale Zusammen­arbeit zur dreifachen Innenentwicklung. Hierbei sollte insbesondere in Erfahrung gebracht werden, welchen Stellenwert die Innenentwicklung grundsätzlich in den Kommunen hat, welche Herausforderungen bei der Umsetzung von Innenentwicklungsprojekten gesehen werden und welche konkreten Beispiele in den Erfahrungs­austausch eingebracht werden können.

Die Ergebnisse der Kommunalbefragung sind eine wichtige Grundlage für den Planungsprozess und wurden in drei teilregionalen Workshops im Juni 2021 vertiefend betrachtet. Das Ziel der Workshops war es, die typischen Hemmnisse bei der Innenentwicklung, aber auch die schon erfolgreich angewendeten Lösungswege für die Umsetzung des Prinzips der dreifache Innenentwicklung anhand von konkreten Fallbeispielen aus der Region zu diskutieren und so Einblicke in die kommunalen Herausforderungen zu bekommen sowie Anforderungen für den weiteren Prozess abzuleiten. Ergänzt wurde die Diskussion guter Beispiele der Innenentwicklung durch Impulsvorträge zu Darmstadt, Heilbronn und zur Klimawandelanpassung beim „Fachforum: Innenentwicklung dreifach nutzen!“ am 02. September 2021. Alle diskutierten Beiträge der teilregionalen Workshops stehen unten zum Download verfügbar.

Die im Rahmen des Projektes identifizierten und analysierten Hemmnisse, Herausforderungen und Chancen der Innenentwicklung wurden in einem nächsten Schritt mit ausgewählten Expert*innen in vier thematischen Fachgesprächen (1. Grün und Freiraum; 2. Dichte und Nutzungsmischung; 3. Mobilität und Verkehr; 4. Steuerung und Instrumente) im November 2021 vertiefend betrachtet und mögliche Lösungswege diskutiert.

 

Wie geht es weiter?

Die in den teilregionalen Workshops und in den Fachgesprächen gewonnenen Erkenntnisse dienen als Grundlage für die Reallabore in der Region. An vier konkreten Fallbeispielen wird an den Standorten in Bergisch Gladbach, Bonn-Bad Godesberg, Kerpen und Wiehl bis April 2022 die Umsetzbarkeit der identifizierten Lösungswege überprüft. Bis Juli 2022 sollen die gewonnenen Erkenntnisse aus den Reallaboren in Form von Handlungsempfehlungen, Lösungswegen, guten Argumenten und den aufbereiteten Best-Practice-Beispielen gemeinsam in einer Praxishilfe aufbereiten werden.

Die Praxishilfe wird mit der Veröffentlichung allen regionalen Fachakteur*innen zur Verfügung gestellt. Damit verbindet sich die Erwartung, gute Argumente und spezifische Unterstützung für die Umsetzung von Innenentwicklungsvorhaben zu leisten und somit auch den Weg zur dreifachen Innentwicklung in der Region Köln/Bonn ebnen zu können.

Der Teilbaustein dreifache Innenentwicklung wird durch die Arbeitsgemeinschaft MUST Städtebau GmbH, Köln mit Quaestio Forschung & Beratung GmbH, Bonn und Stellwerk GbR, Darmstadt im Auftrag des Region Köln/Bonn e.V. erarbeitet.

 

TEILREGIONALE WORKSHOPS

Bergisches Rheinland
16. Juni 2021 | digital
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Ville & Börde
23. Juni 2021 | digital
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Rheinschiene
30. Juni 2021 | digital
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Innenentwicklung dreifach nutzen!

Veranstaltung im Rahmen des Regionalforums am 02. September 2021

 

Einführung in das Agglomerationsprogramm Region Köln/Bonn

Christoph Hölzer | Region Köln/Bonn e.V.

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Vorstellung des Projektes

Robert Broesi und Jan Benden | MUST
André Bruns | Stellwerk

Instrumente für eine nachhaltige Mobilitäts- und Siedlungsentwicklung am Beispiel des Modellquartiers Lincoln-Siedlung in der Wissenschaftsstadt Darmstadt

Astrid Samaan | Stadt Darmstadt

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Bedeutung und Bewertung grün-blauer Infrastrukturen im Rahmen der Innenentwicklung

Peter Küsters | Greenpass GmbH

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Stadtquartier Neckarbogen Heilbronn - Konzeptvergabe schafft soziale Mischung, Vielfältigkeit und Grüne Infrastruktur

Barbara Brakenhoff | Architektin, Leipzig/Sindelfingen

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