Thementisch 1: INFRASTRUKTUR NICHT ZUKUNFTSFÄHIG


In der Diskussion rund um das Thema „Infrastruktur nicht zukunftsfähig“, moderiert von Prof. Dr. Hartmut Topp, topp.plan: Stadt.Verkehr.Moderation, begleitet von Herrn Fritsch, NVR GmbH, wurde deutlich, dass insbesondere Fragen der Verkehrsinfrastruktur als übergreifende Querschnittsthemen angesehen werden müssen.

Die Überlastung von Straßen- und Schienennetzen, sowohl auf den Nord-Süd- und West-Ost-Achsen als auch durch den verstärkten Transitverkehr von Außerhalb (z. B. LKW-Verkehr aus den Nordseehäfen) beeinflusst Wirtschaft, Pendlerströme, den regionalen Tourismus, aber auch Themen der Daseinsfürsorge. Man war sich einig, dass es die „Eine“ Lösung nicht gibt – alle Systeme sind überlastet, müssen optimiert, aufeinander abgestimmt und ergänzt werden. Dazu müssen neue oder bisher wenig genutzte Mobilitätsformen, Techniken und Vernetzungskonzepte diskutiert werden: Einige der Ideen waren beispielsweise die Weiterführung von Sharing-Konzepten, die kreative und vernetzte Nutzung von Apps, der Bau von Seilbahnen und Fahrradschnellwegen oder die Förderung gemeinschaftlicher Mobilität, z. B. in Anlehnung an die amerikanischen „carpool lanes“. Darüber hinaus, so die Teilnehmer, darf die Bestandssicherung nicht vergessen werden und auch die Erweiterung sowie der Ausbau von bestehenden Straßen und Schienennetzen sollte kein Tabu sein. Wichtig sei vor allem, nicht nur zu reagieren, sondern auch anhand von Nutzungsanalysen aktiv Angebote zu unterbreiten.

Beim Thema „soziale Infrastruktur“ fokussierten sich die Teilnehmer auf die Frage, wie mit der Bevölkerungsabnahme in kleineren Orten des Umlands der Region und den damit verbundenen Funktionsverlusten umgegangen werden kann (z. B. drohende Schulschließung). Im Hinblick auf interkommunale Kooperationen wurde in diesem Kontext verstärkt über die Bündelung von Funktionen und Nutzungen im Sinne von Grundzentren diskutiert (Standortfrage Krankenhäuser, Schulen, etc.). Dabei müsse sichergestellt sein, dass sich Zusammenführungen auf strategisch ausgewählte Orte fokussieren. Als relevanter Zukunftsfaktor wurde zudem das Thema demographischer Wandel angesprochen. Bei der Entwicklung von sozialer Infrastruktur müsse verstärkt nach den Anforderungen und Bedürfnissen älterer Menschen gefragt werden.

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